Kinderarmut trotz Reichtum?
Angeblich sind wir ein reiches Land. Mag sein. Dann aber ist der Reichtum höchst ungleich verteilt. Wie sonst wäre es zu verstehen, dass in Deutschland 2,6 Millionen Kinder von Sozialhilfe leben müssen. Das heißt: jedes sechste Kind. In Berlin, das ja langsam zum Armenhaus der Republik wird, ist es sogar jedes dritte Kind.
Wir sind sogar schon so weit, dass ein Arbeitnehmer, der einen Stundenlohn von 7,50 Euro hat, nicht mehr in der Lage ist, ein Kind zu ernähren.
Aber, wir sind ein reiches Land.
Frage: Wo bleibt dann das Geld?
Dieser Tage war zu lesen, dass die deutsche Aufbauhilfe für Afghanistan um 20 Millionen von 80 auf hundert Millionen Euro pro Jahr aufgestockt wird. Bis zum Jahr 2010 werden wir über eine Milliarde in das Land am Hindukusch gesteckt haben. Die Kosten des Bundeswehreinsatzes noch gar nicht gerechnet. Wofür?
Man könnte ja noch darüber streiten, wenn der Einsatz Sinn machen würde. Aber das Desaster ist abzusehen. Wenn die gewaltige sowjetische Armee einst jämmerlich gescheitert ist, warum soll es heute der NATO glücken?
Peter Struck, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, meinte, als er unter Schröder noch Verteidigungsminister war,: Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt. Das darf nicht nur bezweifelt werden, es ist Unsinn.
Wenn die Regierung gut beraten ist, dann so schnell wie möglich raus , bevor es zu spät ist. Und unsere Geld geben wir besser im Inland aus, etwa für arme Kinder.
Die Bevölkerung hat übrigens ein besseres Gespür als die Regierung. Nach einer Meinungsumfrage sprechen sich 64 Prozent der Deutschen, also nahezu zwei Dritttel, für einen Abzug der deutschen Truppen aus.