Lobby im Hintergrund
Unsere Abgeordneten und Politiker sind relativ versorgt, damit sie dem »Wohle des Volkes« dienen und nicht irgendwelchen anderen Interessen. Gut gedacht. Aber kaum hat einer seinen Posten verloren, wechselt er flugs die Seite. Seine Dienste sind viel Geld wert, hat er doch weiterhin beste Beziehungen zum Regierungsapparat. Und dafür gibt es eben gutes Geld.
Hier eine (kleine) Auswahl:
Werner Müller (parteilos), Wirtschaftsminister unter Schröder , wird nach seinem Ausscheiden Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns RAG (für den er vorher als Minister verantwortlich war).
Wilhelm Schmidt (SPD), von 1994 bis 2005 einflussreicher Geschäftsführer der SPD-Frakton, unterstützte Müllers Wechsel zur RAG. Inzwischen arbeitet er als hoch dotierter Berater für dieses Unternehmen.
Wolfgang Clement (SPD), ebenfalls Wirtschaftsminister unter Schröder, und damit zuständig für die Energiepolitik des Landes, sitzt nach seinem Ausscheiden im Aufsichtsrat des Stromerzeugers RWE Power.
Florian Gerster (SPD), ehemals Chef der Bundesanstalt für Arbeit, die er wegen umstrittener Beraterverträge verlassen musste, leitet heute den Beirat der US-Investmentfirma »Fortress«, die ihr Geschäft mit dem Aufkauf deutscher Unternehmen macht.
Siegmar Mosdorf (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär unter Schröder, ist inzwischen Partner einer englischen PR-Agentur, die u.a. die US-Investmentfirma »Texas Pacific« betreut. Texas Pacific ist u.a. bekannt geworden, als sie im brandenburgischen Herzberg die Sanitärfima Grohe übernahm, stilllegte und die Arbeitsplätze (samt Maschinen) nach Polen verlagerte.
(Die Reihe wird fortgesetzt)