Stimme der Vernunft
In einem weit ausgreifenden Interview hat sich Altkanzler Helmut Schmidt im SPIEGEL (44/2007) zu aktuellen Themen geäußert. Wir finden diese Aussagen so interessant, dass wir hier einige zitieren.
Zu Afghanistan:
»In Afghanistan geht es in erster Linie um Menschen, die unter dem 11. September 2001 gelitten haben, das heißt um die Bekämpfung von al-Qaida und nicht der Taliban.«
»Das Völkerrecht verbietet die militärische Intervention in einem souveränen Staat, wie stark oder schwach er innerlich auch sein mag.«
»Uns stellt sich nicht die Aufgabe, Afghanistan davon abzubringen, Mohn anzubauen. Eine zivile Gesellschaft aufzubauen, ist keine Grund, dort einzugreifen. Der Grund für die Intervention war ausschließlich al-Qaida; und inzwischen ist al-Qaida nach Pakistan gezogen. Sollen wir demnächst auch dort einmarschieren?«
Zum EU-Beitritt der Türkei:
»Ich war nicht dafür und bin es immer noch nicht.«
»Ich sehe keinen Sinn darin, ein muslimisches Land von 70 Millionen Menschen, das im Laufe dieses Jahrhunderts auf 100 Millionen anwachsen wird, in die Europäische Union zu integrieren, noch sehe ich einen Sinn darin, das Kurdenproblem und andere Konflikte im Mittleren Osten in die EU hereinzutragen oder ein Präjudiz für die Aufnahme von Staaten wie Algerien, Marokko oder Israel zu schaffen.«
50Plus stimmt dem völlig zu. Leider sind solche klaren, und realistischen Einschätzungen nicht mehr gefragt, besonders nicht von der SPD, aus der Helmut Schmidt kommt. Die SPD setzt stattdessen wider jede Vernunft auf den EU-Beitritt der Türkei und was Afghanistan angeht: Auch die übergroße Mehrheit des Deutschen Bundestags ist in dem Wahn befangen, man könnte mit unserer Bundeswehr dort einen Bürgerkrieg gewinnen. (vgl.auch unseren Beitrag zu Afghanistan vom 15.10.07)