Trotz Rentenerhöhung - Renten faktisch weiter gekürzt
Ein gutes Beispiel, wie das Volk für dumm verkauft wird, lieferte die ARD-Tagesschau am 21. November in den 20-Uhr-Nachrichten: »Eine gute Nachricht für die Rentner. Die Renten werden in den beiden nächsten Jahren um 1,7 Prozent erhöht.« Wahr ist, dass die realen Einkommen der Rentner trotz dieser »Erhöhung« weiter sinken werden.
Wir haben nach offfiziellen Angaben eine Preissteigerungsrate von 2,4 Prozent. Würde man allein diese zugrunde legen, würden die Realeinkommen der Rentner um 0,7 Prozent sinken.
Nun weiß aber jeder, dass diese »offizielle« Preisteigerungsrate nicht realistisch ist. Die Kosten für den täglichen Bedarf sind, wie jeder an der Kasse des Supermarktes feststellen kann, erheblich mehr gestiegen: Butter um 43,1 Prozent, Speisequark um 25,9 Prozent, Milch um 13,5 Prozent und Brötchen um 6,2 Prozent. Dazu kommen noch die deutliche höheren Kosten für Heizung, Strom und Gas.
In den vergangenen sechs Jahren haben die Rentner faktisch schon 30 Prozent an realem Einkommen verloren (siehe 50Plus: Renten um 30 Prozent gekürzt (16.10.07).
Nun also nochmals weniger. Was sie selbst angeht haben die Abgeordneten die gleiche Situation realistischer eingeschätzt: Sie genehmigten sich dieser Tage einen Zuschlag von knapp 10 Prozent. Rentner, die keine 7000 Euro im Monat haben, wie die Abgeordneten, müssen sich hingegen mit 1,7 Prozent bescheiden. Das nennt man soziale Gerechtigkeit.
Rentenkasse prallgefüllt.
Gleichzeitig ist zu vernehmen, dass die Rentenkassen so gut gefüllt sind wie seit Jahren nicht mehr. Sie werden 2007 eine Rücklage von 11,5 Milliarden � bilden können und liegen damit sogar noch um 1,8 Milliarden besser als im Jahr 2006, das auch schonen einen Überschuss brachte.