Rentendiskussion: An Zynismus nicht zu überbieten.
In der großen, überregionalen Tageszeitung »Die Welt« (Springer-Verlag) wird dieser Tage im Zusammenhang mit der aktuellen Rentendiskussion der »Gesellschaftsforscher Miegel« (Die Welt) zitiert. Meinhard Miegel ist häufig in Talkshows zu sehen, wo er dann gern als unabhängiger Wissenschaftler vorgestellt wird, der die Probleme »ohne Parteibrille« sieht. Alles Schwindel.
Dieser Meinhard Miegel hat sich jetzt in der Rentendiskussion zu folgender Behauptung verstiegen: »Die ältere Bevölkerungsgruppe habe einen kurzen Zeithorizont und wolle jetzt Kasse machen.« (zitiert aus der WELT v. 11.4.08).
Eine Behauptung, die an Zynismus nicht mehr zu überbieten ist.
Aber, so denkt der naive Leser wohl, das kommt ja von einem unabhängigen Wissenschaftler. Es wird schon irgendwie stimmen, was der Mann da sagt.
Denkste.
Hintergrund.
Meinhard Miegel, ist Direktor eines privaten Forschungsinstituts in Bonn, das zum allergrößten Teil von der Industrie finanziert wird. Vor allem vom »Gesamtverband Metall«, dem Zusammenschluss der metallverarbeitenden Industrie in Deutschland. Der Verband gibt natürlich nur deshalb die vielen Millionen, damit Miegel in der Öffentlichkeit seine Interessen vertritt. Dagegen wäre an sich nichts zu sagen, denn natürlich hat auch die metallverarbeitende Industrie ihre legitimen Interessen. Unsauber ist nur, dass weder der Fernsehzuschauer, noch der Zeitungsleser erfährt, für wen Miegel Propaganda macht.
Besonders aktiv wird der »Experte« Miegel in Rentenfragen. Da tönt er etwa:»Rente kann nur noch Grundsicherung leisten.« Schlussfolgerung für den verunsicherten Arbeitnehmer: ich brauche für später eine private Zusatzversorgung. Und genau das ist es, was Propagandisten, wie Miegel, bezwecken wollen.
Man muss nämlich wissen, dass Miegels Institut eng mit dem ebenfalls privaten »Deutschen Institut für Altersvorsorge DIA» verbunden ist. Dieses Institut ist mit der »Deutschen Bank« verbandelt. Und nun schließt sich der Kreis: Die Deutsche Bank will den Leuten private Altersvorsorge (Aktienfonds, Rentenfonds etc.) verkaufen. Daran verdient sie Millionen. Damit dieses Geschäft richtig läuft, muss den Leuten Angst gemacht werden: Leute, passt auf! Die Renten sind nicht mehr sicher! Sorgt privat vor!
Und dazu braucht man eben »unabhängige» Propagandisten, wie etwa den Meinhard Miegel.
Also Vorsicht, wenn der Mann im Fernsehen auftaucht, oder wieder einmal ein Interview in der Zeitung gibt!
Übrigens: Wenn Sie große Anzeigenkampagnen in der Zeitung sehen, etwa von der »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", oder »Bürgerkonvent» oder »Du bist Deutschland» dann ist ebenfalls Vorsicht angebracht.
Darüber in Kürze mehr.