Droht eine große Inflation in Europa?
In beängstigendem Maß nimmt inzwischen die Inflation in Europa zu. Die deutsche Bundesbank rechnet jetzt schon mit 3 Prozent, was der höchste Wert seit 14 Jahren wäre. Jeder Bürger spürt am eigenen Geldbeutel, dass alles teuer wird - Milch, Brot und vor allem Benzin. Die Bundesbank, einst Hüterin der »D-Mark« kann nichts dagegen tun.
Die Inflationsbekämpfung liegt nicht mehr bei ihr, sondern bei der EZB, der Europäischen Zentralbank. Die möchte auch gerne gegensteuern, kann aber nicht. Denn zwei EU-Staaten verhindern dies: Spanien und Irland. In beiden Ländern wackeln die Immobilienmärkte besorgniserregend. Ein Anheben des Zinses würde dort alle jene Hausbesitzer gewaltig beuteln, die ihren Hauskauf über Kredite finanziert haben. Nicht zu Unrecht fürchten die Iren und Spanien deshalb einen ähnliche Zusammenbruch der Immobilenmärkte wie er in den USA schon erfolgt ist. Aus Sicht der beiden Länder verständlich. Es zeigt aber auch einen der gravierenden Nachteil der EU (die andereseits unbestritten viele Vorteil hat):
Dürfte die deutsche Bundesbank wie frühere nationale Politik machen, könnte sie jetzt wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Inflation ergreifen. Kann sie aber nicht, denn dafür ist jetzt die Europäische Zentralbank zuständig.
Die Entwicklung droht außer Kontrolle zu geraten. Denn die Inflation setzt eine gefährliche Spirale in Gang: erst Inflation, dann steigende Löhne und noch mehr steigende Preise, was schließlich schlimme Folgen für unser Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung haben würde.