Spendabel, aber nicht aus eigener Tasche
Als im Dezember 2004 die verheerende Tsunami-Katastrophe über Südostasien hereingebochen war, da übertrafen sich die Abgeordneten des EU-Parlaments an Hilfsbereitschaft. Einer nach den anderen trat vors Mikrophon und verlangte Millionen für die Tsunami-Opfer. Von Redner zu Redner immer mehr.
Da meldete sich ein christdemokratischer Abgeordnete aus Italien zu Wort und schlug vor, dass alle EU-Parlamentarier einen Tagessatz ihrer Spesen spenden sollte. 268 Euro pro Abgeordneten wären das gewesen, und immerhin wären damit gut 200 000 Euro zusammengekommen.
Betretenes Schweigen.
Die gleichen Abgeordneten, die vorher so großzügig Geld geben wollten, waren sichtlich verstimmt, empfanden das als Zumutung.
Der Christdemokrat aus Italien wurde genötigt, seinen Antrag zurückzuziehen.
Anschließend stimmten sie alle zu, dass aus EU-Geldern 1,5 Milliarden Euro für die Katastrophenhilfe bereitgestellt werden sollen.