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Von allen guten Geistern verlassen?

Von nichts kommt nichts. Nach dieser Erfahrung, kann man wohl nicht ausschließen, dass im Gefängnis von Guantanamo harte, zu allem bereite Terroristen einsitzen. Möglicherweise auch andere, unschuldige. Aber wer kann das mit Sicherheit unterscheiden?

Wenn der neue US-Präsident jetzt das Lager schließen will, so ist das nur zu begrüßen: Das Ende einer unwürdigen Behandlung der Gefangenen, bis hin zur Folter.

Die Frage ist nur, warum die Gefangenen nicht in den USA bleiben können, wenn sie denn angeblich nicht in ihre Heimat zurückkehren können? Den Amerikanern müsste es doch ein Leichtes sein, diese Leute unter Beobachtung zu halten. Warum also nach Europa?

Und wenn schon nicht USA, warum nicht in ein muslimisches Land. Es gibt sicher welche, wo den Gefangenen keine Verfolgung droht, Ägypten, Tunesien, Marokko etwa, und viele andere.

Der Berliner Innensenator Eberhard Körting, SPD, hat erklärt, dass er keine Lust habe, »von diesen Leuten auch nur einen einzigen nach Deutschland zu holen.«

Sehr vernünftig. Aber solche Behauptungen haben in der Politik eine kurze Verfallszeit.

Nachdem Parteifreund Steinmeier unbedingt den Amerikanern zu Gefallen sein will, schweigt inzwischen auch der kleine Körting. Wohl aus Parteidisziplin.

Was Steinmeier betrifft, so könnt er sich an Schweden und den Niederlanden ein Beispiel nehmen. Die haben nämlich schon erklärt, dass sie keine ehemaligen Gefangenen aus Guantanamo aufnehmen werden.

Man weiß ja wirklich nicht, wen man sich da ins Land holt: Da wurde 2007 ein Mann namens Ali al-Shiri aus Guantanamo entlassen, ein Saudi, angeblich ein harmloser Zeitgenosse. Inzwischen ist er im Jemen gelandet, wo er es zum Vizechef von Al Quaida brachte.

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