So dürfen sie nicht davonkommen
Am erstaunlichsten bei dieser folgenschweren Finankrise ist, dass die Bevölkerung dies alles mit einer Schafsgeduld hinnimmt. Während die Verantwortlichen riesige Abfindungen oder Pensionen kassieren, muss wieder einmal der kleine Mann für den Schaden aufkommen. Und alle nehmen es klaglos hin.
Da erstaunt es, dass jetzt hochrangige Wirtschaftsmanager deutliche Konsequenzen forden.
So hat auf dem jüngsten »Weltwirtschaftsforum«, wo sich in Davos die internationale créme de la créme trifft, der Vorstandschef des britischen Logistikkonzerns Unipart, John Neill, überaus deutliche Worte gefunden: Die Produzenten giftiger Finanzderivate sollten genauso behandelt werde wie andere Giftproduzenten – also nötigenfals ins Gefängnis geworfen werden. Neill wörtlich: »Die Politik muss klar machen, dass es Strafen für Fehlverhalten gibt.«
Davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Während der Steuerzahler die Pleitebank »Hypo Real Estate« mit Milliarden stützt, bekommt deren ehemalige Chef ein monatliche Pension von 46 000 Euro ausbezahlt. Da seine Bank selbst kein Geld mehr hat, zahlen also die Steuerzahler diesem Mann jetzt diese exorbitante Pension.
So geht es nicht.
Denn wenn diese Herschaften jetzt ungestraft davon kommen, wird es nicht lange dauern, bis die nächste Generation von »Global Playern« wieder ein zu großes Rad dreht.
Es ist deshalb goldrichtig, was der New Yorker Finanzprofessor Nassim Taleb sagt: »Solange es keine Bestrafung der Verantwortlichen gibt, werden wir niemals immun sein gegen Excesse.«
Siehe auch: »Hängt sie alle auf«