Skandal im AuswärtigenAmt
»Killing Tree« steht an einem Baum, gegen den die Folterer die Babys Ihrer Gefangenen schmetterten. Ringsum Gebeine und Totenköpfe, eines der »Killing Fields«, wo in Kambodscha die kommunistischen Roten Khmer etwa 1.7 Millionen Menschen umbrachten – etwa ein Viertel der Bevölkerung.
Der Anführer der Roten Khmer, Pol Pot, gilt neben Hitler und Stalin als der größte Menschenschlächter des 20.Jahrhunderts.
Im deutschen Auswärtigen Amt sitzt inzwischen einer seiner Anhänger.
Die Geschichte kommt jetzt wieder hoch, da in diesen Tagen in Pnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, der Prozess gegen einem der grausamsten Gefolgsleute Pol Pots beginnt: gegen den Chef-Folterer des Regimes, der dem Gefangenlager S-21 vorstand, genannt »Duch«. Von den 14 000 Gefangen, die im Lager interniert waren, kamen ganze sieben mit dem Leben davon. Alle anderen hat »Duch« nachdem sie grausam gefoltert worden waren, exekutieren lassen.
Auf einem sicheren, wohldotierten Posten im Auswärtigen Amt sitzt ein Mann, der noch 1980 ein Glückwunschtelegeramm an den Massenmörder Pol Pot geschickt hatte, in dem es wörtlich hieß: »anläßlich des 5.Jahrestags des Sieges des kampucheanischen Volkes in seinem Kampf gegen den US-Imperialismus (versichen wir) unsere feste Solidarität mit dem Kampf des kampucheanischen Volkes gegen die sowjetisch-vietnamesische Agrgression.« und weiter, dass der Kampf der Roten Khmer »ein wichtiger Beitrag zum Weltfrieden« sei.
Der Mann, der dieses Telegeramm am 15. April 1980 absandte, heißt Hans-Gerhart Schmierer. Er war zu der Zeit Sekretär des »Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW).« Eine seiner Genossinnen war übrigens Krista Sager, später Fraktionsvorsitzende der »Grünen« im Deutschen Bundestag.
Schon zwei Jahre vor diesem Telegramm , im Dezember 1978, war Schmierer mit einer »Soliaritätsdelegation« bei Pol Pot in Kampodscha. Zu der Zeit war das Morden der Roten Khmer noch im vollen Gange.
Ein Protegé von »Joschka « Fischer.
Als Fischer Außenminister wurde, hat er hat seinem Kumpel aus Frankfurter Zeiten ins Auswärtige Amt geholt. Warum? Darüber kann spekuliert werden. Dass er auf die außenpolitischen Ratschläge Schmierers nicht verzichten wollte, kann man wohl ausschließen. Da gibt es im Auswärtigen Amt Berater von ganz anderem Kaliber.
Wieso also kam dieser Mann überhaupt ins Asuwärtige Amt, das sich auf die hohe Qalität seiner Beamten zu Recht so viel zugute hält?
Warum ging Fischer das Risiko ein, einen so negativ exponierten Mann an seine Seite zu holen?
Kann es sein, dass Schmierer über Fischer und dessen Frankfurter Umfeld zuviel wusste? Musste hier einer ruhig gestellt werden? Konnte Fischer dem Schmierer den hochdotierten Posten im Planungsstab ds Auswärtigen Amtes gar nicht verweigern?
Fischer, das ist bewiesen, gehörte Mitte der Siebziger Jahre der sogenannten »Putztruppe« an. Das war ein linke Schlägertruppe, die sich wiederholt Straßenschlachten mit der Polizei leistete, in denen Dutzende von Polizeibeamten schwer verletzt wurden.
Als Fischer schon Außenminister war, tauchte ein alter Fernsehfilm auf, der zeigte wie der spätere deutsche Außenminister auf einen schon am Boden liegenden Polizisten einprügelte. Fischer hat sich später dafür entschuldigt, sich aber ansonsten nie von seinen Frankfurter Vergangenheit distanziert.
Zu gleicher Zeit war Schmierer Sekretär des »Kommunistischen Bundes Westdeutschland.« Vier Jahre später schickte er das Ergebenheitstelegramm an Pol Pot.
Steinmeier schweigt.
Als Frank-Walter Steinmeier Fischer im Amt des Außenministers folgte, erklärte er, dass er sich von keinem der von Fischer ins Auswärtige Amt geholten Mitarbeiter trennen wollte. Also auch nicht von Schmierer.
Auch hier darf man fragen: Warum?
Wie kann es sein, dass ein Sympathisant des Massenmörders Pol Pot auf einem Vertrauensposten im Auswärtigen Amt sitzt, dem wohl neben dem Verteidigungsministerium sicherheitsempfindlichstem Ministerium?
Wie kann der deutsche Außenminister einen Mann in seiner Nähe haben, der in der »Palästina-Frage« radikal anti-israelische Positionen vertrat. Damalige Position des KBW: »Das rassistische Gebilde »Israel« ist gegen alle Völker und Staaten des Nahen und Mittleren Ostens gerichtet, es ist der Feind aller Völker. Solange dieses Gebilde im Nahen und Mittleren Osten existiert wird es keinen Frieden in dieser Region der Welt geben.«
Schmierer war bis 1985, als sich der KBW auflöste, dessen unbestrittene Führungsfigur.