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Wie Diffamierungskampagnen ablaufen

Es geht um Arnulf Baring. Geboren 1932. Bis zu seiner Pensionierung Professor für Zeitgeschichte und Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin. Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Träger des »Europäischen Kulturpreises für Politik«. Verfasser des Standardwerks »Machtwechsel«, das den Übergang von den CDU-Kanzlern zur Kanzlerschaft Willy Brandts beschreibt. Ein hochgeachteter Mann.

Ein Liberaler, möglicherweise ein Konservativer, ganz sicher kein »Rechter«.

Ins Visier der Linken war er erstmals geraten, als er 2002 in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« einen Artikel veröffentliche »Bürger auf die Barrikaden«, in dem er u.a. schrieb: » wir dürfen nicht zulassen, dass alles weiter bergab geht, hilflose Politiker das Land verrotten lassen.«

Von dem Tag an lauerte die vereinigte Linke darauf, Baring abzuschießen. Der Anlass war gekommen, als dieser im September 2006 vor der hessischen CDU-Landtags-Fraktion einen Vortrag hielt : »Was uns leitet – Eckpfeiler einer bürgerlichen Kultur«. Ausweislich eines Mitschnitts, der zwölf Tage später in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« veröffentlicht wurde, führte er u.a. aus:

»Natürlich ist vollkommen klar, dass zwölf Jahre Hitler mit uns sein werden, solange es Deutsche gibt. Auch wenn wir selbst geneigt wären, einen Schlusstrich zu ziehen, wird uns dieser zwölf Jahr lange Zeitraum immer anhängen. Das ist eine Katastrophe gewesen und die Verbrechen haben uns anhaltend beschädigt. Abe es ist ebenso wahr, dass diese zwölf Jahre und die verbrecherischen Züge dieser Zeit nicht das Ganze unserer Geschichte ausmachen, dass dies eine beklagenswerte Entgleisung gewesen ist, dass wir im Grunde nur mit Trauer an diese Phase zurückdenken, dass dies eben eine Vergangenheit ist, die nicht vergehen will, dass eben doch die deutsche Geschichte nicht in dieser Phase kumuliert, sondern dass es lange Jahrhunderte deutscher Tüchtigkeit und deutscher Friedfertigkeit vorher gegeben hat.«

Zwei Tage nachdem dieser Vortrag gehalten wurde, brachte die linke Tageszeitung »Frankfurter Rundschau« auf Seite 1 einen Artikel mit der Überschrift »Barings Entgleisungen«, der den Leser suggerierte, Baring habe die Verbrechen der Nazis relativiert. Im gleichen Artikel wurde er als »rechtskonservativen Historiker« hingestellt.

Damit waren das Stichwort gegeben und die Hatz eröffnet.

Reflexartig brach im linken Lager ein Sturm der Entrüstung los.

Der Geschäfsführer der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag warf Baring vor, den millionenfachen Mord an Juden und das unendliche Leid des Zweiten Weltkriegs auf unzumutbare Weise verharmlost zu haben.

Der Geschäftsführer der »Grünen«-Fraktion setzte noch einen drauf: »Der hätte auch bei einer NPD-Veranstaltung großen Beifall gekriegt.«

Frau Ypsilanti, später wegen Wortbruchs gescheiterte SPD-Spitzenkandidatin, verlangte den Rücktrit des CDU-Fraktionsvorsitzenden, Wagner: der sei »für ein tolerantes und weltoffenes Land wie Hessen nicht tragbar.« Barings Vortrag bezeichnete sie als »rechtsnationalistisch« und »revisionistisch«.

Renate Künast, Fraktionsvorsitzende der »Grünen« im Deutschen Bundestag verlangte sofort von Frau Merkel, Wagner aus der Grundsatzkommission der CDU zu entfernen.

Später setzte später noch eins drauf und brachte Baring sogar in die Nähe von Judenmord-Leugnern.

Wohlgemerkt: Das alles hatte mit dem, was Baring gesagt hatte, nichts zu tun.

Als Baring auf einer Gedenkveranstaltung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Erinnerung an die Vertreibungen nach dem zweiten Weltkrieg sprechen sollte, legte Frau Künast nach: » Es ist unverantwortlich, dass Angela Merkel und die CDU abermals Baring und seinen rechtspopulistischen Geschichtsbetrachtungen ein Forum bieten.«

Doch keiner seiner Kritiker machte sich die Mühe, herauszufinden, was Baring denn wirklich gesagt hatte. Das wollte man nicht, nach dem Grundsatz: Gott, erhalte mir meine Vorurteile.

Bezeichnend für die Selbstgerechtigkeit dieser Leute ist, dass niemand, ob Ypsilanti oder Künast, soviel Anstand hatte, sich bei Baring zu entschuldigen, als nachzulesen war, was der Mann wirklich gesagt hatte.

Es ist die alte Methode der »linken Gutmenschen«: Man befindet sich immer auf der richtigen Seite, das heißt auf der moralisch guten. Wer es wagt, eine andere Meinung zu haben, ist böse, der wird diffamiert, am besten gleich gesellschaftlich und politisch vernichtet. Es wird nicht diskutiert, sondern verurteilt.

Denn wer recht hat, bestimmen immer die linken Inquisitoren.

Warum wir das jetzt bringen?: Weil Wahlen anstehen. Und damit jeder weiß, was es mit solchen Verleumdungskampangen auf sich hat.

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