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Volksverdummung

Dass man auf Plakate keine langen Programme schreiben kann, ist schon klar, aber was die Bundestagsparteien uns jetzt zumuten, erfüllt den Tatbestand der Beleidigung.

Den Vogel schießt, wie immer in Sachen Populismus, die Linke ab. Sie fordert: Mindeslohn europaweit und Gleicher Lohn für Frauen: Wer wollte das nicht? Nur, selbst die in Demokratie wenig geübten Linken müssten eigentlich wissen, dass darüber nicht im Europäischen Parlament entschieden wird, sondern im Deutschen Bundestag. Wir meinen: Ungenügend, nachsitzen!

Die SPD fordert auf Großplakaten Neue Energie für für gute Arbeit: Was meint sie damit wohl? Ein absolutes Rätsel. Da ist die Aussage Finanzhaie würden FDP wählen schon besser. Allerdings: Die SPD hat doch unter ihrem Kanzler Schröder den Finanzspekulanten erst Tür und Tor geöffnet, indem sie alle Regeln, die bis dato für die Banken galten, liberalisiert hat.

Und dann: Steinmeier und der unsäglich Martin Schulz auf einem Großplakat Damit sie das soziale Europa stärken. Wir wussten bisher gar nicht, dass Steinmeier für das Europa-Parlament kandidiert. Wir dachten, der will Kanzler werden. Na ja, darf man wohl nicht so genau nehmen. Dass Martin Schulz das soziale Europa stärken will, wollen wir indes gerne glauben, denn dabei hat er sicher zuallererst sich selbst im Auge (siehe unter Europawahl: Es ist einiges faul in Europa).

Die FDP verzichtet auf jede Aussage und bringt einfach eine schöne Frau, mit langen blonden Haaren: ihre Spitzenkandidatin, Frau Koch-Mehrin. Damit keiner auf die Idee kommt, die schöne Blonde hätte nichts im Kopf, wird sie mit ihrem Doktortitel vorgestellt: Frau Dr. Koch -Mehrin. Aber deshalb FDP wählen? Nun kommt noch heraus, dass sich Frau Koch-Mehrin nur unzulänglich um ihre Aufgaben als EU-Parlamentarierin gekümmert hat: So soll sie nur an zwei Dritteln der Plenarsitzungen teilgenommen haben. Im Haushaltsausschuss soll sie sogar vier von fünf Sitzungen geschwänzt haben. Gegen die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die dies veröffentlicht hatte, wollte Koch-Mehrin vorgehen, scheiterte aber vor Gericht. Der Gneralsekretär der FDP, Niebel, hat sich zudem noch schriftlich und in massiver Form beim Intendanten des SWR beschwert, weil dieser Sender den Fall aufgegiffen hatte. Der Chefredakteuer des SWR, Frey, sagte, so etwas habe er in alle seiner Zeit als politischer Fernsehjournalist noch nicht erlebt. Dermaßen Druck auf die unabhängige Presse zu machen, passt nicht so recht zu eine Partei, die sich liberal nennt, – meint jedenfalls 50Plus.

Die Grünen machen Wums - das reicht eigentlich schon und passt zu ihnen. Dass man Mit grünen Ideen aus der Krise kommt, glaubt ihnen sowieso kein Mensch. Denn sie haben ja zusammen mit der SPD das Finanzdesaster erst angerichtet.

Bleibt die gute, alte CDU: Sie schreibt schlicht Wir in Europa auf ihre Plakate, was sich nun wirklich nicht bestreiten lässt. Wir alle, nicht nur die CDU, leben nun einmal in Europa. Wer wollte das leugnen? Dass Wir einen starke Stimme in Europa haben (gemeint ist die CDU!), mag man ihr aber schon nicht mehr abnehmen; denn immer wieder in der Vergangenheit ließen sich deutsche Regierungen in Brüssel über den Tisch ziehen. Von wegen: Starker Stimme.

Wir meinen: Der mündige Bürger hat Respekt verdient. So dumm, wie die Parteien annehmen, sind wir nun wirklich nicht. Deshalb: Rote Karte für CDU und SPD, FDP und Grüne, und natürlich auch für die »Linke«!

Man muss wissen: Dieser unsinnige Wahlkampf wird auch noch zum größten Teil aus Steuergeldern finanziert. Aus der Parteienfinanzierung erhalten CDU/CSU 54,9 Millionen Euro, die SPD 43,5, die »Grünen« 10,2, die FDP 10,1 und die »Linke« 9,5 Millionen,

Wir meinen; das Geld könnte man besser verwenden.

Vorschlag: Dänemark beispielsweise kennt solche Wahlkämpfe nicht. Dort werden vor den öffentlichen Gebäuden, meistens den Rathäusern, große Tafeln aufgestellt. Jede Partei erhält eine gleich große Fläche: darauf kann sie ihr Plakat kleben. Mehr Wahlkampf gibt es nicht. Weder wird jede Laterne mit Plakaten behängt, noch Bäume oder Mauern. Das funktioniert sehr gut, und keiner kann behaupten, dass die Demokratie in Dänemark schlechter wäre als bei uns hier in Deutschland.

Also: Schluss mit dieser Geldverschwendung. Es geht auch anders!

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